Freitag, 20. Mai 2011

Samoa: Paradies gefunden!




Cook Islands, Fidschi, Samoa, Tonga oder doch Vanuatu? Ja, es gibt eine grosse Auswahl an Südseeperlen. Mein Ziel war es, eine etwas weniger von Touristen frequentierte, ursprüngliche Gegend im Pazifik zu erkunden, somit waren Fidschi und die Cook Islands keine Alternative. Als ich mich für Vanuatu entschieden habe, waren nur noch teure Flüge im Angebot und von anderen Reisenden habe ich vernommen, dass Vanuatu nicht gerade billig sein soll. Somit habe ich mich zwischen Samoa und Tonga so spontan für Samoa entschieden. Mit der Entscheidung bin ich im Nachhinein sehr zufrieden.
Samoa besteht aus zwei grösseren Inseln (Durchmesser je etwa 40-50 Kilometer) und mehreren kleineren Inseln, die jedoch nur zum Teil bewohnt sind. Die Hauptstadt Apia liegt auf der Insel Upolu und hat gerade mal 35'000 Einwohner. Die etwas grössere Insel Savaii ist etwas weniger dicht bediedelt und sehr relaxed. Das Inselinnere von Savaii besteht aus Bergen (vornehmlich Vulkankrater), die mit dichtem Urwald bewachsen sind. Dieses Gebiet ist noch teilweise unentdeckt und "wild".
Der Tourismus auf den Inseln Samoas ist relativ bescheiden und mehr auf ECO-Tourismus ausgerichtet. Die Hotels sind grösstenteils kleinere Familienbetriebe und oft in der Nähe eines Dorfes. Grosse internationale Hotelketten und Resortanlagen findet man auf Samoa kaum. Diese Tatsache hält natürlich auch ein gewisses Publikum von Touristen fern und die Inseln kommen somit "erfrischend untouristisch" daher. Die Menschen auf Samoa sind überaus freundlich und hilfsbereit und die Zeit tickt hier definitiv langsamer als bei uns in Europa. So kann man beispielsweise nicht damit rechnen, dass die Busse ab dem späteren Nachmittag noch fahren. Trotzdem ist das Busfahren hier in Samoa ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte: Die farbenfrohen Busse sind mit Holzbänken ausgestattet und das Interieur ist mit Plüschutensilien "nett" dekoriert. Die Musik läuft meistens in voller Lautstärke und der Bass dröhnt den Passagieren ungehindert um die Ohren. Der Buschauffeur hält immer und überall, falls man sich bemerkbar macht. Die Passagiere müssen alle sitzen - so sieht es das Gesetz vor. Deshalb kommt es bei überfüllten Bussen oftmals vor, dass sich die Samoaner auf den Holzbänken "stapeln".

Busbahnhof in Apia

Ein etwas bedenkliches Kapitel in Samoa ist die Religion. Als die Inseln von Überseemächten "entdeckt" wurden, kamen haufenweise Missionare auf die Inseln, um das Christentum "einzuführen". Noch heute sieht man hin und wieder Missionare, vornehmlich von verschiedenen Kirchengruppierungen aus den USA. Ich habe jedoch noch nirgens eine solch hohe Kirchendichte gesehen wie auf Samoa. Zudem ist der Sonntag wirklich ein "Tag der Ruhe". Die Leute gehen morgens in die Kirche, danach wird im familiären Kreis ausgiebig gegessen und am Nachmittag ist "Schlafenszeit". Läden sind allesamt geschlossen und Busse fahren keine. Dies ist ja auch alles sehr schön. Jedoch hat das Christentum derart stark die Überhand gewonnen, dass ich kaum etwas von der alten polynesischen Kultur mitbekommen habe - mich hätte es interessiert, an welche spirituellen Kräfte diese Menschen glauben oder zumindest früher glaubten. Dies herauszufinden ist jedoch sehr schwierig und die Leute scheinen es irgendwie zu verdrängen - schade!

Kirche

Den grössten Teil meiner Zeit auf Samoa verbrachte ich mit relaxen, lesen, schnorcheln, essen, baden, schlafen etc. Ja, halt alles, was so wichtig ist ;-)  Dennoch habe ich auf jeder der beiden Hauptinseln für jeweils drei Tage ein Auto gemietet, um mir die Sehenswürdigkeiten "mobil und flexibel" anschauen zu können:

Upolu:
Die sechs Nächte auf Upolu verbrachte ich in Apia. Dies war eine geeignete Ausgangsbasis, um den Rest der Insel zu erkunden. Die meisten guten Strände befinden sich an der Südküste der Insel - und diese nehmen teilweise paradiesische Ausmasse an. Da (zumindest in Küstennähe) in Samoa jedes Stück Land einer Familie oder Einzelpersonen gehört, muss man immer die Besitzer fragen, ob man einen bestimmten Strandabschnitt bzw. Frischwasserpool/Wasserfall benutzen darf. Meistens wird eine kleine Gebühr im Bereich von zwei bis zehn Tala verlangt. Dies war ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn in den meisten Ländern sind Strände "öffentliche Güter". Da die Insel grösstenteils von Korallenriffen umgeben ist, gibt es fast überall gute schnorchel- und tauchmöglichkeiten. Leider wurde ein Teil des Riffs an der Südküste vom Tsunami im 2009 zerstört, doch man sieht bereits wieder erste Anzeichen, die auf die Erholung hinweisen. Die Menge an Fischen ist jedoch immer noch beeindruckend.

Paradise Beach

Ein wirkliches Highlight auf Upolu war die "To Sua Ocean Trench". Dies ist ein tiefes Loch im Boden, wo durch eine Felsenöffnung in zwei bis drei Metern Tiefe frisches Meerwasser hineinströmt. Eine lange Holzleiter führt in das Loch hinab, wo man schwimmen kann und in den Genuss eines pazifikwürdigen "Cast-Away-Feelings" kommt.

To Sua

Ein weiteres Highlight auf Upolu waren die "Sliding Rocks". Dies sind drei kleinere Wasserfälle, die mit glitschigem Moos überzogen sind und natürliche Wasserrutschbahnen bilden, die in tiefe, natürliche Frischwasserpools hinabführen. Der Spassfaktor ist definitiv sehr gross, denn die Slides sind teilweise sehr steil und schnell, so dass man unkontrolliert irgendwie in den erfrischenden "Naturpools" landet.

Sliding Rocks - erste "Sektion"
Savaii
Auf Savaii bin ich für zwölf Nachte in einem netten Hotel an der Ostküste abgestiegen. Die "Savaiianer" gehören zu den letzten Menschen der Erde, die sehen, wie die Sonne untergeht, denn Samoa liegt gleich hinter der Datumsgrenze und Savaii am nächsten davon. Allein diese Vorstellung hat mich dazu bewogen, ganze zwölf Nachte auf Savaii zu verbringen.

Fährüberfahrt

Gleich am zweiten Tag habe ich das Korallenriff vor Savaii mit einem Tauchausflug besichtigt. Auf der Insel gibt es genau ein Tauchboot - die Auswahl ist allso nicht allzu gross... Die Tauchschule war jedoch sehr gut und legte grossen Wert auf die Sicherheit. Die Unterwasserwelt hier mitten im Pazifik lässt sich definitiv sehen. Bei den zwei Tauchgängen konnten wir fünf Meeresschildkröten, Riesenrochen, elektrische Muscheln (noch nie gesehen...), Riesenkrebse, grosse Fische, kleine Fische sowie schöne Korallengärten mit diversen Durchgängen und Höhlen bewundern. Haifische haben wir keine gesehen. Dafür habe ich ein paar Tage später beim Schnorcheln vor der Küste beim Hotel einen Hai gesehen. Es handelte sich sehr wahrscheinlich um einen Hochseehai (und kein Riffhai), was ich aufgrund der Form und Grösse des Hais vermute. Deshalb bin ich beim ersten Moment dieser Begegnung gleich etwas erschrocken - aber der Hai glücklicherweise auch...
Ein schönes Naturspektakel auf Savaii sind die "Blowholes" an der rauhen Südküste. Die Wellen treffen hier ungehindert auf die aus Lavagestein geformte Küste. Das Wasser schiesst durch die diversen Gänge im Lavafelsen mit enormem Druck bis zu 30 Meter empor. Ein verrückter Samoaner wirft dort gegen die Bezahlung von zehn Tala eine Kokusnuss in die Blowholes, die dann ebenfalls bis zu 30 Meter in die Luft gejagt werden. Ich wollte mir in diesem Moment nicht ausmalen, wass passiert, wenn dieser Mann zu einem ungünstigen Zeitpunkt etwas zu nahe an den Blowholes steht.

Blowholes

Ebenfalls ganz nett war der Ausflug auf den "Tafua" Vulkan - ein alter, dicht bewalteter Vulkankrater. Als ich auf den Kraterrand aufgestiegen bin und einen Flughund kreisen sah, war das "Lost-World-Feeling" perfekt. Weitere Ausflüge auf Savaii habe ich zu Lavafeldern, Höhlen, Frischwasserpools und paradiesischen Stränden unternommen.

Tafua Krater
Strand

Zusammenfassend habe ich in Samoa ein kleines Paradies vorgefunden: Schöne Strände, dischter, unentdeckter Urwald, eine langsame und gelassene Lebensart sowie sehr freundliche Menschen, die auf Touristen eingehen und gesprächig sind.

In den nächsten paar Tagen werde ich mich auf (einen etwas komplizierten) Weg nach Indonesien begeben. Die Endstation in Indonesien sowie die Flugticketpreise habe mich dazu bewogen, über Auckland nach Singapur und Kuala Lumpur zu fliegen. Dies wird rund fünf Tage in Anspruch nehmen - aber egal, ich habe ja genug Zeit dafür... ;-)



Sonntag, 1. Mai 2011

In den Alpen Neuseelands

Je weiter südlich ich auf der Südinsel Neuseelands fuhr, desto dramatischer wurde das Landschaftsbild mit Bergen, Seen, Wäldern, Wasserfällen und Gletschern.

Auf dem Weg gegen Süden (der Westküste entlang) habe ich die Ostertage bei den Gletschern ("Franz Josef und Fox Glaciers") verbracht. Leider war das Wetter nicht gerade berauschend. Über den beiden Gletschertälern hingen jeweils dunkle Wolken. Komischerweise war das Wetter wieder gut, als ich mich jeweils etwas von diesen Gletschern entfernte (nur gerade 20 Autominuten entfernt schien wieder die Sonne). Das war wieder einmal typisches Neuseelandwetter - veränderlich, launisch und unberechenbar. Das Beeindruckende bei den beiden Gletschern ist, dass sie fast bis auf Meereshöhe hinunterreichen und somit bis weit unter die Waldgrenze. In gerade mal zehn Kilometern Entfernung ist bereits das rauhe Meer der Westküste. Dies ist einzigartig auf unserem Planeten - nirgend sonst bis zu diesem Breitengrad findet man Gletscher auf so geringer Höhe. Die Form und Grösse der Gletscher ist allerdings nicht mit den Ausmassen eines (imposanteren) Aletschgletschers zu vergleichen.

Eis am Franz Josef Glacier

Nach den Ostern fuhr ich über den Haast-Pass nach Te Anau. Die Fahrt über den Pass in die "Southern Lakes" Region ist ein Augenschmaus. Nach dem Motto "der Weg ist das Ziel" musste ich mehrere Foto- und Sightseeingstopps einlegen. Te Anau nutzte ich als Ausgangsbasis zum "Milford Sound" - ein spektakulärer Fjord im "Fiordland Nationalpark" im Südwesten Neuseelands.

Die rund 120 Kilometer Anfahrtsweg von Te Anau zum Milford Sound beinhalten einige Sehenswürdigkeiten, die ich jedoch erst am zweiten Tag genauer erkundete. Ich habe den ersten Tag vor allem in Milford Sound verbracht. Dieser Ort wird von vielen Touristen besucht und mehrmals am Tag werden etliche Sightseeing-Touren mit grösseren und kleineren Booten bzw. Yachten angeboten. Angesichts der Grösse der Klippen und Berge im Fjord scheinen diese Boote jedoch eher klein, ja fast wie Spielzeuge. Ich nahm ebenfalls an so einer Bootsfahrt teil und war begeistert. Die tosenden Wasserfälle, die direkt ins Meer stürzen sowie die ziemlich starken Windverhältnisse und das rauhe Meer am Ende des Fjordes lassen nur erahnen wie kraftvoll und unbändig die Natur sein kann. Die Delfine sowie ein paar faule Seelöwen rundeten den Bootsausflug ab - es war toll, wenn auch sehr touristisch. Dass die Region um den Milford Sound zu den regenreichsten Gegenden auf der Erde gehört, konnte ich kaum nachvollziehen - der Himmal war stahlblau!

Fiordland Nationalpark

Milford Sound 1

Milford Sound 2

Am nächsten Tag habe ich zwei Trekkingrouten im Fiordland Nationalpark abgeklappert. Am Morgen bin ich auf einen Aussichtspunkt hochgewandert und am Nachmittag bin ich auf einer eher schwierigeren Route zum "Hanging Valley" gelaufen. Dies ist ein ehemaliges Gletscher(hoch)tal mit einem klaren "Spiegelsee". Dies war sicherlich einer der schönsten Orte, die ich in Neuseeland gesehen habe. Die ruhige Atmosphäre, der See sowie die spektakuläre Bergkulisse sind magisch. Glücklicherweise wird dieser Ort nicht allzu stark von Touristen frequentiert.

Mirror Lake

Key Summit

Hanging Valley

Die letzten paar Tage habe ich in Queenstown verbracht. Da ich weder aus einem Flugzeug springen noch an einem Bungee-Seil hängen wollte, habe ich ein paar weitere Trekkingtouren in der Umgebung unternommen. Mitunter unternahm ich auch einen Tagesausflug nach Glenorchy, wo angeblich etliche Szenen für die "Herr der Ringe" Trilogie gedreht wurden.

Queenstown

Blick nach Glenorchy

Rückblickend war Neuseeland landschaftlich gesehen ein abwechslungsreiches und sensationelles Reiseziel. Nachdem ich sehr viele kulturelle Sehenswürdigkeiten im asiatischen Raum bestaunen konnte, war dies der optimale Ausgleich. Aus kultureller und geschichtlicher Perspektive hat Neuseeland dafür nicht allzu viel zu bieten - dies habe ich aber auch nicht erwartet. Jedenfalls habe ich bis jetzt noch kein so sauberes, grünes und friedliches Land gesehen und werde eines Tages sicherlich wieder zurückkehren in das "Land der langen weissen Wolke".

Die kommenden zweieinhalb Wochen werde ich in Samoa verbringen. Neben sehr moderatem Sightseeing werde ich dort vor allem etwas ausspannen und mich dem Wassersport widmen (vornehmlich tauchen...). Dies habe ich definitiv nötig, denn in Neuseeland habe ich sehr viel Sightseeing betrieben und war sehr aktiv. Ausserdem braucht man auf einer so langen Reise ab und zu "Urlaub vom Urlaub", um die gedankliche Verarbeitung der Erlebnisse nicht zu überfordern. Dies klingt zwar etwas komisch, ist aber so ;-). Meine Samoa-Erlebnisse werde ich demnach auch erst posten, wenn ich vom Südpazifik-Abstecher zurück bin.

Bye, bye NZ!

Freitag, 22. April 2011

Goldener Herbst, goldene Strände





Tja, je weiter ich nach Süden reise, desto mehr macht sich der Herbst bemerkbar. Es wird zunehmend kälter und ungemütlicher. Glücklicherweise brennt in den Hostels immer irgendwo ein warmes Kaminfeuer, denn die Heizungen (wenn es überhaupt welche hat) sind meistens nicht wirklich gut.

Nach meinem etwas längeren Wellington-Aufenthalt habe ich die Fähre zur Südinsel genommen. Die Einfahrt in die "Marlborough Sounds" (man kann dem auch "Fjord" sagen) war schon ziemlich spektakulär. Ich hatte somit bereits ein sehr gutes Gefühl, was die Natur der Südinsel betrifft.

Vom Hafen in Picton bin ich sogleich an der Ostküste entlang nach Kaikoura gefahren - vorbei an Weinreben, sanften Hügeln und hohen Bergen, die aus dem Meer emporragen. Die Landschaft ist ziemlich kontrastreich. So sieht man in Kaikoura 2500 Meter hohe Berge, die in unmittelbarer Nähe vom Meer sind. Im Winter kann man also Skifahren und gleichzeitig ins Meer schauen.

"Lazy days" in Kaikoura

Berge vs. Meer
Nach zwei Tagen habe ich Kaikoura wetterbedingt verlassen und bin zum "Abel Tasman Nationalpark" im Nordwesten der Südinsel gefahren.Eigentlich habe ich mir vorgenommen, die 51 Kilometer des "Abel Tasman Coastal Walks" zu trampen. Doch leider konnte ich nur gerade für eine Nacht eine Unterkunft in einer der vier Hütten im Park finden. Alle anderen Hütten waren restlos ausgebucht (Osterferien sei dank!) und Camping war aufgrund der mangelnden Ausrüstung keine wirkliche Alternative. Deshalb habe ich die Route auf 37 Kilometer abgekürzt ("Sidetrips" nicht miteingerechnet). Am ersten Tag bin ich mit dem Wassertaxi zu einem Strand im Nationalpark gefahren, von wo ich mich dann auf den Weg zurück zum Ausgangspunkt der Bootreise machte. Die erste Etappe der Wanderung war recht gemütlich - die Wanderzeit betrug etwa vier Stunden und führte über mit Buschwald bewachsene Hügel von einer Bucht zur anderen. Die goldenen Strände sind wunderschön, jedoch täuscht der Anblick dieser Strände ein bisschen: Das Wasser war gerade mal 16 Grad "kalt" und die Sandflöhe sorgten für reichlich Unterhaltung. Es war kaum möglich, an einem Ort am Strand eine längere Zeit stehenzubleiben, ohne von den bissigen Biestern angegriffen zu werden. Gegen Abend bin ich dann in der Hütte in "Bark Bay" angekommen. Es gab keine Elektrizität und kein Warmwasser, dafür aber ein nettes Kaminfeuer, welches bei meiner Ankunft bereits brannte und für angenehme Wärme sorgte. Der Lieblingsplatz aller Trekker war natürlich in der Nähe des Kaminfeuers. Diese Blockhüttenromantik mitten in der Wildnis war geradezu perfekt!

Am zweiten Tag galt es, noch ganze 25 Kilometer (also der grösste Teil der Wanderung) zu absolvieren. Obwohl ich mein Nachtessen und einen Teil des Wasservorrats konsumiert hatte, fühlte sich der Rucksack nicht wirklich leichter an. Tja, das mit dem Rucksack ist so eine Sache. Eigentlich wäre es möglich, mit dem Wassertaxi den schweren Rucksack von Hütte zu Hütte zu transportieren, so dass man nur die nötigsten Utensilien für eine Tageswanderung dabeihaben muss. Bei dieser "Mogelei" wollte ich aber nicht mitmachen und schleppte meine eigenen Sachen selber durch die Gegend - nach dem Motto "wenn schon, dann richtig"! Wie auch immer, nach dem zweiten Wandertag war ich dann ziemlich geschafft und hatte einen guten und tiefen Schlaf...

Der Abel Tasman Nationalpark war sicher eines der Highlights der bisherigen Neuseelandreise. Die Landschaft und vor allem die Strände mit tropischem Flair sind schlichtweg genial. Hier die Bilder dazu:

Wetterumschwung

;-)

Swinging bridge

Kormorane am Flügel trocknen

"Golden beaches"
Die darauffolgenden zwei Tage verbrachte ich an der "Golden Bay" ganz in der Nähe des Abel Tasman Nationalparks. Wie der Name schon verrät, sind auch hier die Strände goldig und das Wasser glasklar. Da das Wetter gerade gut und noch "relativ" warm war (knapp 20 Grad!!), habe ich mir ein Bad im kühlen Nass genehmigt - doch nach etwa zehn Minuten am Strand war ich wieder Zielscheibe für massenweise Sandfloh-Attacken.

Ganz in der Nähe der Golden Bay befindet sich der "Wharariki Beach" - ein riesengrosser Sandstrand mit ein paar imposanten Felsformationen. Der Wind blaste ziemlich heftig und ich konnte die Kraft der Natur deutlich spüren.

Wharariki Beach
Vor gerade zwei Tagen besuchte ich St. Arnaud im "Nelson Lakes Nationalpark" und war auf einem netten Trekkingtrip auf den Gipfel des "Mount Robert". Anstatt wieder ins Schwärmen zu geraten, hier zwei Schnappschüsse aus dieser Region (Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte...):

Lake Rotoiti

Lake Rotoiti mit Mount Robert (rechts)

Meine Zeit in Neuseeland neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen - ich habe noch etwas mehr als eine Woche Zeit, um nach Queenstown zu fahren und mir die Gegend im Süden anzuschauen.

Dienstag, 12. April 2011

Neuseeland pur!

In den letzten rund zwei Wochen habe ich einige schöne Ecken von Neuseelands Nordinsel entdecken können. Ein Highlight der Nordinsel war definitiv der "Tongariro Alpine Crossing" im Tongariro Nationalpark. Dies ist eine Tageswanderung im alpinen Gebirge, vorbei an mehreren, teils noch aktiven Vulkanen. Der Mount Ngauruhoe ist der vielleicht bekannteste Vulkan der Gegend, da dieser als Filmkulisse für "Herr der Ringe" verwendet wurde. Es handelt sich dabei um den sogenannten Mount Doom, wo Frodo letztendlich den Ring reingeworfen hat. Es ist zugleich auch der einzige Vulkan im Tongariro Nationalpark, der eine typische Vulkanform hat.

Mount Ngauruhoe
Ich wurde vielfach darauf hingewiesen, dass ich gut vorbereitet auf die Wanderung gehen solle, da das Wetter im alpinen Neuseeland sehr launisch sein kann. So ist es möglich, dass es innerhalb weniger Minuten zu extremen Wetterveränderungen kommt. Das Gelände hatte ein paar heiklere Stellen, war aber ansonsten nicht allzu anspruchsvoll und sehr gut ausgeschildert. Ausserdem konnte man sich sowieso kaum verlaufen, da diese Trekkingroute von sehr, sehr vielen Touristen und Wanderern absolviert wird.

Es ging bereits um siegen Uhr morgens los mit der Wanderung. Es war bereits schon relativ frisch und ich war froh, dass ich ein paar warme Kleider dabei hatte. Für den Aufstieg waren die etwas frischeren Temperaturen relativ angenehm. Auf der Passhöhe (gegen die 2000 Metern über Meer) wehte ein ziemlich zügiger Wind und die (gefühlte) Temperatur war nun etwas unangenehmer. Es kam mir mit den drei Kleiderlagen plus Windjacke (das ist alles, was ich an warmen Kleider dabei habe) schon ziemlich kühl vor. Ausserdem zogen ein paar dichtere Wolken auf. Aber zum Glück ging es dann nur noch bergab und nach etwa zwei Stunden wandern war es schon wieder sonnig und "T-Shirt-Wetter". Jetzt wusste ich auch, warum die Wanderer hier vor dem unvorhersehbaren Wetter gewarnt werden...

Bergsee im Tongariro-Gebiet
Trotz den vielen Wanderern war das Trekking ziemlich spektakulär - die Kulisse in diesem Vulkangebirge ist einfach einmalig. Zudem war ich sehr überrascht, wie viele Vegetations- und Klimazonen ich innerhalb von einem Tag durchlaufen habe - das war "Neuseeland live"!

Tja... kalt war es!
Am nächsten Tag bin ich dann wieder zurück in Richtung Norden gefahren, nachdem ich noch ein paar kleinere Wanderungen zu naheliegenden Wasserfällen im Tongariro-Gebiet gemacht habe. Ich war wiederum sehr beeindruckt von den verschiedenen Vegetationszonen - auf einem sehr kleinen Gebiet um den Tongariro Nationalpark findet man Vulkangebirge, Gletscher, Wüsten, Graslandschaften, Seen, Nadel- und Buschwälder.

In den darauffolgenden Tagen ging die Reise weiter von Taupo an die Ostküste, danach hoch bis an das "East Cape", von wo ich bis nach Whakatane an der Nordküste reiste. Die Gegend im Nordosten ist etwas weniger touristisch als andere Orte in Neuseeland. Die Küste und die Strände sind sehr rauh - hohe Kalksteinfelsen wechseln sich ab mit langen sandigen Stränden, die von Lavagestein unterbrochen werden. Obwohl das Wasser ziemlich kalt war, konnte ich an gewissen Stränden nicht widerstehen und musste im kühlen Nass ein Bad nehmen - danach war ich jeweils wortwörtlich "frisch und munter".

Mittagsrast am Strand

East Cape
Im Nordosten Neuseelands wird die Maori-Kultur noch ziemlich stark gelebt. Dies ist kaum zu übersehen, denn es befinden sich sehr viele Maori-Häuser, -Kirchen und -Statuen in diesem Gebiet. Ansonsten sind die Dörfer hier nur sehr klein (wir würden das im Schweizer Volksmund auch "Kaff" nennen) und der vorherrschende Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft.

Maori-Skulptur
Nach einem Strandtag in Whakatane (das Wetter spielte gerade mit), bin ich in zwei Etappen nach Wellington gefahren. Übernachtet habe ich wieder in der Nähe des Tongariro-Nationalparks. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah, dass die Berge und der Mount Ngauruhoe verschneit waren. Dabei bin ich doch gerade am selben Tag noch im Lake Taupo geschwommen. Die Kulisse war jedenfalls traumhaft schön.

Whakatane

Mount Ruapehu

Verschneiter Mount Ngauruhoe
In Wellington habe ich mich zuerst um das Visum für meinen anstehenden Indonesien-Aufenthalt gekümmert. Da die Wartezeit für das Visum auf drei Arbeitstage festgelegt war, hatte ich genug Zeit, um Wellington zu erkunden. Neben einem Stadtbummel in Wellingtons Innenstadt kann ich das "Museum of New Zealand" sehr weiterempfehlen. Das Museum ist sehr gross und interaktiv gestaltet, so dass es auch "Museumsbanausen" wie ich ohne weiteres einen halben Tag darin aushalten. Wie der Name schon verrät, ist in diesem Museum thematisch alles zu finden, was mit Neuseeland zu tun hat (Geschichte, Geologie, Maori-Kultur etc.). 

Gestern habe ich das naheliegende "Cape Palliser" angesteuert. Die Küste mit den schwarzen Lavastränden und grünen Hügeln war einfach atemberaubend. Neben dem Leuchtturm am Kap gab es eine Seelöwenkolonie zu bestaunen. Diesen Tieren könnte ich stundenlang zuschauen, wie sie im Meer herumtollen und am Strand herumwatscheln. Beim zuschauen dieses Spekatakels kam plötzlich ein Jungtier hinter einem Felsen hervor und hat etwa zwei Meter vor meiner Kameralinse posiert, so dass ich ein paar gute Fotos schiessen konnte.

Gruss an die Blog-Leser!
Während meiner Reise durch die Nordinsel kam ich insgesamt drei Mal an der heissen Quelle zwischen Rotorua und Taupo vorbei (siehe letzter Blog-Eintrag) - da musste ich jeweils einen Abstecher machen, um mich ein wenig im Schwefelbad aufzuwärmen. Eines morgens (als es noch relativ kühl war), stieg ziemlich viel Dampf von der Quelle auf...
Dampfbad in freier Natur
Dies sind nur ein paar Ausschnitte meiner Erlebnisse auf der Nordinsel. Es gab natürlich noch vieles mehr zu sehen und zu erleben - hier noch zwei Bilder von Wasserällen, die mir besonders gut gefallen haben:

(Unbekannter) Wasserfall

Huka Falls