Sonntag, 1. Mai 2011

In den Alpen Neuseelands

Je weiter südlich ich auf der Südinsel Neuseelands fuhr, desto dramatischer wurde das Landschaftsbild mit Bergen, Seen, Wäldern, Wasserfällen und Gletschern.

Auf dem Weg gegen Süden (der Westküste entlang) habe ich die Ostertage bei den Gletschern ("Franz Josef und Fox Glaciers") verbracht. Leider war das Wetter nicht gerade berauschend. Über den beiden Gletschertälern hingen jeweils dunkle Wolken. Komischerweise war das Wetter wieder gut, als ich mich jeweils etwas von diesen Gletschern entfernte (nur gerade 20 Autominuten entfernt schien wieder die Sonne). Das war wieder einmal typisches Neuseelandwetter - veränderlich, launisch und unberechenbar. Das Beeindruckende bei den beiden Gletschern ist, dass sie fast bis auf Meereshöhe hinunterreichen und somit bis weit unter die Waldgrenze. In gerade mal zehn Kilometern Entfernung ist bereits das rauhe Meer der Westküste. Dies ist einzigartig auf unserem Planeten - nirgend sonst bis zu diesem Breitengrad findet man Gletscher auf so geringer Höhe. Die Form und Grösse der Gletscher ist allerdings nicht mit den Ausmassen eines (imposanteren) Aletschgletschers zu vergleichen.

Eis am Franz Josef Glacier

Nach den Ostern fuhr ich über den Haast-Pass nach Te Anau. Die Fahrt über den Pass in die "Southern Lakes" Region ist ein Augenschmaus. Nach dem Motto "der Weg ist das Ziel" musste ich mehrere Foto- und Sightseeingstopps einlegen. Te Anau nutzte ich als Ausgangsbasis zum "Milford Sound" - ein spektakulärer Fjord im "Fiordland Nationalpark" im Südwesten Neuseelands.

Die rund 120 Kilometer Anfahrtsweg von Te Anau zum Milford Sound beinhalten einige Sehenswürdigkeiten, die ich jedoch erst am zweiten Tag genauer erkundete. Ich habe den ersten Tag vor allem in Milford Sound verbracht. Dieser Ort wird von vielen Touristen besucht und mehrmals am Tag werden etliche Sightseeing-Touren mit grösseren und kleineren Booten bzw. Yachten angeboten. Angesichts der Grösse der Klippen und Berge im Fjord scheinen diese Boote jedoch eher klein, ja fast wie Spielzeuge. Ich nahm ebenfalls an so einer Bootsfahrt teil und war begeistert. Die tosenden Wasserfälle, die direkt ins Meer stürzen sowie die ziemlich starken Windverhältnisse und das rauhe Meer am Ende des Fjordes lassen nur erahnen wie kraftvoll und unbändig die Natur sein kann. Die Delfine sowie ein paar faule Seelöwen rundeten den Bootsausflug ab - es war toll, wenn auch sehr touristisch. Dass die Region um den Milford Sound zu den regenreichsten Gegenden auf der Erde gehört, konnte ich kaum nachvollziehen - der Himmal war stahlblau!

Fiordland Nationalpark

Milford Sound 1

Milford Sound 2

Am nächsten Tag habe ich zwei Trekkingrouten im Fiordland Nationalpark abgeklappert. Am Morgen bin ich auf einen Aussichtspunkt hochgewandert und am Nachmittag bin ich auf einer eher schwierigeren Route zum "Hanging Valley" gelaufen. Dies ist ein ehemaliges Gletscher(hoch)tal mit einem klaren "Spiegelsee". Dies war sicherlich einer der schönsten Orte, die ich in Neuseeland gesehen habe. Die ruhige Atmosphäre, der See sowie die spektakuläre Bergkulisse sind magisch. Glücklicherweise wird dieser Ort nicht allzu stark von Touristen frequentiert.

Mirror Lake

Key Summit

Hanging Valley

Die letzten paar Tage habe ich in Queenstown verbracht. Da ich weder aus einem Flugzeug springen noch an einem Bungee-Seil hängen wollte, habe ich ein paar weitere Trekkingtouren in der Umgebung unternommen. Mitunter unternahm ich auch einen Tagesausflug nach Glenorchy, wo angeblich etliche Szenen für die "Herr der Ringe" Trilogie gedreht wurden.

Queenstown

Blick nach Glenorchy

Rückblickend war Neuseeland landschaftlich gesehen ein abwechslungsreiches und sensationelles Reiseziel. Nachdem ich sehr viele kulturelle Sehenswürdigkeiten im asiatischen Raum bestaunen konnte, war dies der optimale Ausgleich. Aus kultureller und geschichtlicher Perspektive hat Neuseeland dafür nicht allzu viel zu bieten - dies habe ich aber auch nicht erwartet. Jedenfalls habe ich bis jetzt noch kein so sauberes, grünes und friedliches Land gesehen und werde eines Tages sicherlich wieder zurückkehren in das "Land der langen weissen Wolke".

Die kommenden zweieinhalb Wochen werde ich in Samoa verbringen. Neben sehr moderatem Sightseeing werde ich dort vor allem etwas ausspannen und mich dem Wassersport widmen (vornehmlich tauchen...). Dies habe ich definitiv nötig, denn in Neuseeland habe ich sehr viel Sightseeing betrieben und war sehr aktiv. Ausserdem braucht man auf einer so langen Reise ab und zu "Urlaub vom Urlaub", um die gedankliche Verarbeitung der Erlebnisse nicht zu überfordern. Dies klingt zwar etwas komisch, ist aber so ;-). Meine Samoa-Erlebnisse werde ich demnach auch erst posten, wenn ich vom Südpazifik-Abstecher zurück bin.

Bye, bye NZ!

Freitag, 22. April 2011

Goldener Herbst, goldene Strände





Tja, je weiter ich nach Süden reise, desto mehr macht sich der Herbst bemerkbar. Es wird zunehmend kälter und ungemütlicher. Glücklicherweise brennt in den Hostels immer irgendwo ein warmes Kaminfeuer, denn die Heizungen (wenn es überhaupt welche hat) sind meistens nicht wirklich gut.

Nach meinem etwas längeren Wellington-Aufenthalt habe ich die Fähre zur Südinsel genommen. Die Einfahrt in die "Marlborough Sounds" (man kann dem auch "Fjord" sagen) war schon ziemlich spektakulär. Ich hatte somit bereits ein sehr gutes Gefühl, was die Natur der Südinsel betrifft.

Vom Hafen in Picton bin ich sogleich an der Ostküste entlang nach Kaikoura gefahren - vorbei an Weinreben, sanften Hügeln und hohen Bergen, die aus dem Meer emporragen. Die Landschaft ist ziemlich kontrastreich. So sieht man in Kaikoura 2500 Meter hohe Berge, die in unmittelbarer Nähe vom Meer sind. Im Winter kann man also Skifahren und gleichzeitig ins Meer schauen.

"Lazy days" in Kaikoura

Berge vs. Meer
Nach zwei Tagen habe ich Kaikoura wetterbedingt verlassen und bin zum "Abel Tasman Nationalpark" im Nordwesten der Südinsel gefahren.Eigentlich habe ich mir vorgenommen, die 51 Kilometer des "Abel Tasman Coastal Walks" zu trampen. Doch leider konnte ich nur gerade für eine Nacht eine Unterkunft in einer der vier Hütten im Park finden. Alle anderen Hütten waren restlos ausgebucht (Osterferien sei dank!) und Camping war aufgrund der mangelnden Ausrüstung keine wirkliche Alternative. Deshalb habe ich die Route auf 37 Kilometer abgekürzt ("Sidetrips" nicht miteingerechnet). Am ersten Tag bin ich mit dem Wassertaxi zu einem Strand im Nationalpark gefahren, von wo ich mich dann auf den Weg zurück zum Ausgangspunkt der Bootreise machte. Die erste Etappe der Wanderung war recht gemütlich - die Wanderzeit betrug etwa vier Stunden und führte über mit Buschwald bewachsene Hügel von einer Bucht zur anderen. Die goldenen Strände sind wunderschön, jedoch täuscht der Anblick dieser Strände ein bisschen: Das Wasser war gerade mal 16 Grad "kalt" und die Sandflöhe sorgten für reichlich Unterhaltung. Es war kaum möglich, an einem Ort am Strand eine längere Zeit stehenzubleiben, ohne von den bissigen Biestern angegriffen zu werden. Gegen Abend bin ich dann in der Hütte in "Bark Bay" angekommen. Es gab keine Elektrizität und kein Warmwasser, dafür aber ein nettes Kaminfeuer, welches bei meiner Ankunft bereits brannte und für angenehme Wärme sorgte. Der Lieblingsplatz aller Trekker war natürlich in der Nähe des Kaminfeuers. Diese Blockhüttenromantik mitten in der Wildnis war geradezu perfekt!

Am zweiten Tag galt es, noch ganze 25 Kilometer (also der grösste Teil der Wanderung) zu absolvieren. Obwohl ich mein Nachtessen und einen Teil des Wasservorrats konsumiert hatte, fühlte sich der Rucksack nicht wirklich leichter an. Tja, das mit dem Rucksack ist so eine Sache. Eigentlich wäre es möglich, mit dem Wassertaxi den schweren Rucksack von Hütte zu Hütte zu transportieren, so dass man nur die nötigsten Utensilien für eine Tageswanderung dabeihaben muss. Bei dieser "Mogelei" wollte ich aber nicht mitmachen und schleppte meine eigenen Sachen selber durch die Gegend - nach dem Motto "wenn schon, dann richtig"! Wie auch immer, nach dem zweiten Wandertag war ich dann ziemlich geschafft und hatte einen guten und tiefen Schlaf...

Der Abel Tasman Nationalpark war sicher eines der Highlights der bisherigen Neuseelandreise. Die Landschaft und vor allem die Strände mit tropischem Flair sind schlichtweg genial. Hier die Bilder dazu:

Wetterumschwung

;-)

Swinging bridge

Kormorane am Flügel trocknen

"Golden beaches"
Die darauffolgenden zwei Tage verbrachte ich an der "Golden Bay" ganz in der Nähe des Abel Tasman Nationalparks. Wie der Name schon verrät, sind auch hier die Strände goldig und das Wasser glasklar. Da das Wetter gerade gut und noch "relativ" warm war (knapp 20 Grad!!), habe ich mir ein Bad im kühlen Nass genehmigt - doch nach etwa zehn Minuten am Strand war ich wieder Zielscheibe für massenweise Sandfloh-Attacken.

Ganz in der Nähe der Golden Bay befindet sich der "Wharariki Beach" - ein riesengrosser Sandstrand mit ein paar imposanten Felsformationen. Der Wind blaste ziemlich heftig und ich konnte die Kraft der Natur deutlich spüren.

Wharariki Beach
Vor gerade zwei Tagen besuchte ich St. Arnaud im "Nelson Lakes Nationalpark" und war auf einem netten Trekkingtrip auf den Gipfel des "Mount Robert". Anstatt wieder ins Schwärmen zu geraten, hier zwei Schnappschüsse aus dieser Region (Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte...):

Lake Rotoiti

Lake Rotoiti mit Mount Robert (rechts)

Meine Zeit in Neuseeland neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen - ich habe noch etwas mehr als eine Woche Zeit, um nach Queenstown zu fahren und mir die Gegend im Süden anzuschauen.

Dienstag, 12. April 2011

Neuseeland pur!

In den letzten rund zwei Wochen habe ich einige schöne Ecken von Neuseelands Nordinsel entdecken können. Ein Highlight der Nordinsel war definitiv der "Tongariro Alpine Crossing" im Tongariro Nationalpark. Dies ist eine Tageswanderung im alpinen Gebirge, vorbei an mehreren, teils noch aktiven Vulkanen. Der Mount Ngauruhoe ist der vielleicht bekannteste Vulkan der Gegend, da dieser als Filmkulisse für "Herr der Ringe" verwendet wurde. Es handelt sich dabei um den sogenannten Mount Doom, wo Frodo letztendlich den Ring reingeworfen hat. Es ist zugleich auch der einzige Vulkan im Tongariro Nationalpark, der eine typische Vulkanform hat.

Mount Ngauruhoe
Ich wurde vielfach darauf hingewiesen, dass ich gut vorbereitet auf die Wanderung gehen solle, da das Wetter im alpinen Neuseeland sehr launisch sein kann. So ist es möglich, dass es innerhalb weniger Minuten zu extremen Wetterveränderungen kommt. Das Gelände hatte ein paar heiklere Stellen, war aber ansonsten nicht allzu anspruchsvoll und sehr gut ausgeschildert. Ausserdem konnte man sich sowieso kaum verlaufen, da diese Trekkingroute von sehr, sehr vielen Touristen und Wanderern absolviert wird.

Es ging bereits um siegen Uhr morgens los mit der Wanderung. Es war bereits schon relativ frisch und ich war froh, dass ich ein paar warme Kleider dabei hatte. Für den Aufstieg waren die etwas frischeren Temperaturen relativ angenehm. Auf der Passhöhe (gegen die 2000 Metern über Meer) wehte ein ziemlich zügiger Wind und die (gefühlte) Temperatur war nun etwas unangenehmer. Es kam mir mit den drei Kleiderlagen plus Windjacke (das ist alles, was ich an warmen Kleider dabei habe) schon ziemlich kühl vor. Ausserdem zogen ein paar dichtere Wolken auf. Aber zum Glück ging es dann nur noch bergab und nach etwa zwei Stunden wandern war es schon wieder sonnig und "T-Shirt-Wetter". Jetzt wusste ich auch, warum die Wanderer hier vor dem unvorhersehbaren Wetter gewarnt werden...

Bergsee im Tongariro-Gebiet
Trotz den vielen Wanderern war das Trekking ziemlich spektakulär - die Kulisse in diesem Vulkangebirge ist einfach einmalig. Zudem war ich sehr überrascht, wie viele Vegetations- und Klimazonen ich innerhalb von einem Tag durchlaufen habe - das war "Neuseeland live"!

Tja... kalt war es!
Am nächsten Tag bin ich dann wieder zurück in Richtung Norden gefahren, nachdem ich noch ein paar kleinere Wanderungen zu naheliegenden Wasserfällen im Tongariro-Gebiet gemacht habe. Ich war wiederum sehr beeindruckt von den verschiedenen Vegetationszonen - auf einem sehr kleinen Gebiet um den Tongariro Nationalpark findet man Vulkangebirge, Gletscher, Wüsten, Graslandschaften, Seen, Nadel- und Buschwälder.

In den darauffolgenden Tagen ging die Reise weiter von Taupo an die Ostküste, danach hoch bis an das "East Cape", von wo ich bis nach Whakatane an der Nordküste reiste. Die Gegend im Nordosten ist etwas weniger touristisch als andere Orte in Neuseeland. Die Küste und die Strände sind sehr rauh - hohe Kalksteinfelsen wechseln sich ab mit langen sandigen Stränden, die von Lavagestein unterbrochen werden. Obwohl das Wasser ziemlich kalt war, konnte ich an gewissen Stränden nicht widerstehen und musste im kühlen Nass ein Bad nehmen - danach war ich jeweils wortwörtlich "frisch und munter".

Mittagsrast am Strand

East Cape
Im Nordosten Neuseelands wird die Maori-Kultur noch ziemlich stark gelebt. Dies ist kaum zu übersehen, denn es befinden sich sehr viele Maori-Häuser, -Kirchen und -Statuen in diesem Gebiet. Ansonsten sind die Dörfer hier nur sehr klein (wir würden das im Schweizer Volksmund auch "Kaff" nennen) und der vorherrschende Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft.

Maori-Skulptur
Nach einem Strandtag in Whakatane (das Wetter spielte gerade mit), bin ich in zwei Etappen nach Wellington gefahren. Übernachtet habe ich wieder in der Nähe des Tongariro-Nationalparks. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah, dass die Berge und der Mount Ngauruhoe verschneit waren. Dabei bin ich doch gerade am selben Tag noch im Lake Taupo geschwommen. Die Kulisse war jedenfalls traumhaft schön.

Whakatane

Mount Ruapehu

Verschneiter Mount Ngauruhoe
In Wellington habe ich mich zuerst um das Visum für meinen anstehenden Indonesien-Aufenthalt gekümmert. Da die Wartezeit für das Visum auf drei Arbeitstage festgelegt war, hatte ich genug Zeit, um Wellington zu erkunden. Neben einem Stadtbummel in Wellingtons Innenstadt kann ich das "Museum of New Zealand" sehr weiterempfehlen. Das Museum ist sehr gross und interaktiv gestaltet, so dass es auch "Museumsbanausen" wie ich ohne weiteres einen halben Tag darin aushalten. Wie der Name schon verrät, ist in diesem Museum thematisch alles zu finden, was mit Neuseeland zu tun hat (Geschichte, Geologie, Maori-Kultur etc.). 

Gestern habe ich das naheliegende "Cape Palliser" angesteuert. Die Küste mit den schwarzen Lavastränden und grünen Hügeln war einfach atemberaubend. Neben dem Leuchtturm am Kap gab es eine Seelöwenkolonie zu bestaunen. Diesen Tieren könnte ich stundenlang zuschauen, wie sie im Meer herumtollen und am Strand herumwatscheln. Beim zuschauen dieses Spekatakels kam plötzlich ein Jungtier hinter einem Felsen hervor und hat etwa zwei Meter vor meiner Kameralinse posiert, so dass ich ein paar gute Fotos schiessen konnte.

Gruss an die Blog-Leser!
Während meiner Reise durch die Nordinsel kam ich insgesamt drei Mal an der heissen Quelle zwischen Rotorua und Taupo vorbei (siehe letzter Blog-Eintrag) - da musste ich jeweils einen Abstecher machen, um mich ein wenig im Schwefelbad aufzuwärmen. Eines morgens (als es noch relativ kühl war), stieg ziemlich viel Dampf von der Quelle auf...
Dampfbad in freier Natur
Dies sind nur ein paar Ausschnitte meiner Erlebnisse auf der Nordinsel. Es gab natürlich noch vieles mehr zu sehen und zu erleben - hier noch zwei Bilder von Wasserällen, die mir besonders gut gefallen haben:

(Unbekannter) Wasserfall

Huka Falls

Donnerstag, 31. März 2011

Herbstbeginn in Neuseeland

Die ersten Tage in Neuseelnd verbrachte ich in Auckland - dies ist nicht die Hauptstadt, aber wohl das Businesszentrum von Neuseeland. In Auckland wollte ich zuerst herausfinden, wie ich Neuseeland bereise soll und was ich so anschauen möchte, denn Neuseeland hat auf beiden Inseln sehr viel zu bieten.

Auckland

Nach einigen Preisvergleichen habe ich mich schlussendlich dazu entschieden, ein kleines Auto zu mieten. Die Sehenswürdigkeiten in Neuseeland sind oft nicht mit den Bussen erreichbar und mit dem Auto gestaltet sich das Reisen viel flexibler. Ausserdem gab es in Aucklands Autogaragen einige sehr gute Sonderangebote, da jetzt in Neuseeland der Herbst Einzug hält und die Hauptsaison hiermit vorbei ist. Da die Automiete gerade noch in meinem Budget lag, musste ich nicht lange überlegen.

Nach den vier Tagen Auckland hatte ich definitiv genug von der Stadt (Auckland hat nicht gerade allzu viel zu bieten) und ging hinaus in die schöne Natur Neuseelands. Pünktlich zu Auto-Mietbeginn fing es an zu regnen - und hörte drei Tage lang nicht mehr auf. Meine Reise durch den Norden der Nordinsel Neuseelands fiel also buchstäblich ins Wasser. In Manghawai angekommen, habe ich mir ein ¨Schlechtwetterprogramm¨ zusammengestellt: Am ersten Tag war ich shoppen, da ich noch einige Reiseutensilien brauchte und am darauffolgenden Tag habe ich eine Höhle in Waipu besucht. In dieser Höhle wurde ich zwar nicht von oben, jedoch von unten nass. Ich musste (bzw. wollte!) rund eine Stunde lang in knie- bis bauchtiefem Wasser waten. Was mich dann aber am Ende der Höhle erwartete war definitiv die Mühe wert: Jede Menge Glühwürmchen waren an den Wänden zu sehen - es sah aus, wie ein Sternenhimmel mit unzählig vielen grünen Sternen.

¨Caving¨
Glühwürmchen

Aufgrund des schlechten Wetters fuhr ich dann wieder zurück nach Auckland und anschliessend weiter zur Coromandel-Halbinsel. Am nächsten Tag rissen die Wolken auf und Neuseeland präsentierte sich von einer sehr schönen Seite: Blauer Himmel mit kleinen Schäfchenwolken und kristallklare Sicht. Dies waren optimale Voraussetzungen, um die sehr schöne Küste dieser Halbinsel zu erkunden und ein Wellenbad im Meer zu nehmen. Das Meer ist mit knapp 20 Grad leider nicht mehr so warm wie in den tropischen Ländern. Aber dafür ist es umso erfrischender und das Wellenbad an der rauhen Küste bereitet sehr viel Freude ;-)

¨Cathedral Cove¨
Badestrand

Auf der Coromandel Halbinsel befindet sich ein populärer Strand mit dem Namen ¨Hot Water Beach¨. An diesem Strand ist die Wassertemperatur ausnahmsweise nicht so kalt. Aus dem Sandboden kommt kochendheisses Wasser an die Oberfläche. Die Hauptbeschäftigung der Besucher dieses Strandes ist es, mit der Schaufel ein eigenes Wellnessbad zu buddeln. Aber es ist nicht ganz einfach, die Balance zwischen kaltem Wasser vom Meer und heissem Wasser von der Quelle zu finden. Wenn man an die falsche Stelle tritt, verbrennt man sich regelrecht die Füsse. Aber schön war es...

Nachdem ich mit dem Auto die Coromandel-Halbinsel unsicher gemacht hatte, fuhr ich weiter nach Rotorua, vorbei an wunderschönen und verlassenen Stränden, wo ich immer wieder ein Bad genommen habe - diesen Luxus kann man sich nur mit einem eigenen Auto leisten!

Zwischenstopp: Mount Maunganui

In Rotorua angekommen, fiel mir gleich der Schwefelgestank auf, welcher von den heissen Quellen in und um Rotorua stammt. Hier dampft es, kocht es und die Geysire schiessen heisses Wasser an die Erdoberfläche. Ein paar nette Fotos der vulkanischen Aktivitäten rund um Rotorua:


Neben dem Schwefelgestank sind mir in Rotorua natürlich die Mountainbiketrails im ¨Whakarewarewa Forest¨ aufgefallen. Dieser Wald soll angeblich der beste Ort in Neuseeland sein, um mit dem Mountainbike im Gelände seinen Spass zu haben. Dies habe ich dann am ersten Tag gleich ausprobiert. Die Trails waren sehr gut beschildert und speziell für Mountainbiker gemacht. Auch Schikanen waren auf den rund 100 ¨Pistenkilometern¨ eingebaut, so dass es bestimmt nicht langweilig wurde.

Da ich nach der Biketour ziemlich ausgepowert war, ging ich am nächsten Tag gleich zu einer natürlichen heissen Quelle, um mich etwas zu erholen. Die kleinen Wasserfälle bei dieser Quelle erzeugten ein angenehmes Sprudeln - Wellness pur in freier Natur! Das Wasser war jedoch ziemlich warm, so dass ich es keine zehn Minuten am Stück darin ausgehalten habe.

Ich bin bereits jetzt schon sehr beeindruckt von der natürlichen Schönheit Neuseelands. Die Landschaft ist spektakulär und somit wundere ich mich nicht, dass Peter Jackson dieses Land für seine Filmkulisse in ¨Herr der Ringe¨ ausgewählt hat.