Samstag, 19. März 2011

Sonne, Strand und Meer


In Bangkok angekommen, musste ich mich zuerst einmal um die neuen Bankkarten kümmern, welche mir in Kuala Lumpur geklaut worden sind. Nicole hat die Karten netterweise zur Schweizer Botschaft in Bangkok geschickt, wo ich die Post (ziemlich unkompliziert) abholen konnte – Vielen Dank nochmals!!!

Ich wollte so schnell wie möglich wieder raus aus der Stadt, da ich nicht das erste Mal in Bangkok war und die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu einem grossen Teil schon gesehen habe. Ausserdem mag ich diese Stadt nicht allzu sehr. Somit bin ich nach zwei Tagen bereits in den nächsten Flieger nach Phuket gestiegen.

Ich habe mir vorgenommen, in Südthailand meinem Hobby, dem Tauchen, nachzugehen. Von Phuket bin ich sogleich nach Khao Lak gefahren – dort gibt es massenweise Tauchshops, die Tauchtrips zu den Similan Islands anbieten. Ursprünglich wollte ich die Similans auf einer Tauchsafari erkunden. Ich änderte aber schnell meinen Plan, nachdem ich gesehen und gehört habe, wie viele Taucher tagtäglich zu den Similans fahren. Ausserdem verschlingen Tauchsafaris ziemlich viel vom Reisebudget. Jedenfalls habe ich schlussendlich zwei separate Tages-Tauchausflüge gemacht: Am ersten Tag ging es zu einem Schiffswrack in Khao Lak's Küstennähe. Der Fischbestand an diesem Wrack war überwältigend. Am zweiten Tag betauchte ich Koh Bon – diese Insel befindet sich im Norden der Similan-Inselgruppe. Das Wasser bei Koh Bon war sehr klar und die Wahrscheinlichkeit für Begegnungen mit Mantarochen angeblich hoch. Wir haben viele schöne Fische gesehen, jedoch machten die Mantas ausgerechnet an jenem Tag eine Pause.

Khao Lak ist ansonsten nicht allzu sehenswert – es hat viele Bars, Restaurants sowie Hotels und sieht in etwa so aus wie an den meisten Touristenorten am Meer. Dem Tourismus angepasst sind dann natürlich auch die Preise in den Restaurants.

Nach dem Tauchspass bin ich mit Bus und Boot weiter gegen Süden gefahren. Da ich in meinen zwei vorgängigen Thailand-Reisen schon zahlreiche Inseln besucht hatte, wollte ich dieses Mal eine “etwas andere Insel” entdecken. Koh Libong bot die optimale Mögleichkeit dafür. Die Insel kann zwar nicht mit den populäreren Inseln Südthailands mithalten, was die Strände betrifft, dafür ist der Erlebnisfaktor eindeutig höher: Mit dem Motorrad konnte ich wirklich verlassene und einsame Strände entdecken und so kam schon fast ein bisschen “Robinson-Feeling” auf. Koh Libong ist definitiv keine populäre Touristeninsel und die Unterkünfte sind sehr spartanisch in Stroh- und Holzhütten und Elektrizität gibt es nur von 17 bis 24 Uhr. Auf der Insel befinden sich zudem drei Fischerdörfer, die vom Tourismus noch sehr verschont geblieben sind. Dies merkt man auch an den Leuten, denn die sind alle sehr freundlich und interessiert.

Fisch-Snack
Strand auf Koh Libong

Überraschenderweise gab es auf Koh Libong sogar einen Tauchshop mit ein paar älteren Tauchutensilien. Ich informierte mich beim einzigen vor Ort befindenen Divemaster über die Tauchmöglichkeiten rund um Koh Libong. Der (einheimische) Divemaster meinte eigentlich nur: “You like diving? We can go tomorrow!”. Er interessierte sich dabei nicht dafür, ob ich überhaupt einen Tauchschein habe, noch fragte er nach, wann mein letzter Tauchgang war. Ich konnte es mir trotzdem nicht verkneifen, die lokalen Tauchgründe zu erkunden. Ich habe jedoch peinlichst genau das Equipment überprüft und auch eine Taucheruhr verlangt, denn unser Tagesplan mit drei Tauchgängen liess vermuten, dass wir sehr nahe an der Nullzeit tauchen werden. Alles in allem war der Tauchausflug gut und wir konnten sehr viele Fische und Korallen sehen – Ausserdem war weit und breit kein einziges Tauchboot zu sehen und ich hatte meinen privaten Divemaster. Er schien zudem auch sehr erfreut zu sein, wieder einmal tauchen zu können – er meinte, es kämen nur sehr wenige Leute, die tauchen wollen.

Sonnenuntergang Koh Libong

Nachdem ich ein paar Tage auf Koh Libong verbracht hatte, wollte ich über die Grenze nach Malaysia. Dies gestaltete sich ein bisschen kompliziert, da in einigen Provinzen Südthailands an der Grenze zu Malaysia jahrelange Konflikte herrschen. Die einfachste Variante wäre gewesen, mit einem Boot von Koh Libong über Langkawi nach Malaysia zu reisen, jedoch sah ich keine Herausforderung darin und der Boottransfer war verhältnismässig teuer. Meine Überlandreise nach Penang in Malaysia nahm alles in allem zwei Tage in Anspruch und ich musste sieben Mal auf einen anderen Bus respektive Boot oder Taxi umsteigen. Übernachtet habe ich in Satun, wo ich lustigerweise bei einer Messetombola (bei der ich “aus Spass” mitgemacht habe) ein Picknickbett gewonnen habe – na toll! Ich konnte dann wenigstens eine Thai-Dame mit diesem Geschenk beglücken.

Am nächsten Tag habe ich es dann endlich auf die Fähre nach Penang geschafft. Es ist ein bisschen irritierend, wenn man auf der Insel Penang ankommt. Anstatt der weissen Sandstrände, sieht man zunächst nur das Häusermeer von Georgetown vor sich. Ich dachte somit bereits vor der Ankunft mit der Fähre, dass ich am nächsten Tag wieder abreisen werden. Schlussendlich bin ich dann doch drei Nächte in Georgetown geblieben – zwischen den vielen Hochhäusern stehen nämlich prächtige Kolonialbauten und prunkvolle chinesische Tempel. Es gab also sehr viel zu entdecken in dieser Stadt.

Georgetown (Penang)
Chinesentempel auf Penang
Kolonialgebäude auf Penang

Seit ein paar Tagen befinde ich mich nun auf der kleinen Insel Palau Pangkor vor der Westküste Malaysias. Am 21. März soll es schon nach Neuseeland gehen (wie die Zeit vergeht...), deshalb werde ich hier in Pangkor ein bisschen Sonne und Wärme tanken - in Neuseeland wird es um einiges kälter sein.

Strand auf Palau Pangkor

Die Insel Pangkor ist mit dichtem Dschungel bewachsen und hat ein paar wirklich schöne Strände. Ausser am Strand liegen (was ich maximum etwa 2 Tage aushalte), kann man hier zur Abwechslung auch mal schnorcheln, mit einem Kayak herumpaddeln, ein kleines Dschungeltrekking machen oder mit dem Motorrad in 20 Minuten um die Insel flitzen. Zeit also, um sich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen ;-). Achja, und jeden Tag um 18.30 Uhr findet in der Nähe von meinem Strandhotel eine Hornbill-Fütterung statt. Hornbills sind grosse tropische Vögel mit einem Riesenschnabel, die hier im Dschungel leben (siehe Bilder). Wenn der Vogelwärter jeden Abend zur Fütterung ruft (bzw. pfeift), kommen diese imposanten Vögel von allen Seiten angeflogen. Dieser Event hat einen festen Platz in meinem Insel-Tageskalender.

Hornbill 1
Hornbill 2


Freitag, 4. März 2011

Myanmar: the forgotten country

Nun ist es schon eine Weile her, als ich das letzte Mal in den Blog geschrieben habe. Leider konnte ich - wie befürchtet - in Myanmar das Internet nicht wirklich effizient nutzen. Die Internetverbindungen sind extrem langsam und der Strom fällt an manchen Orten oft aus. Das Schreiben im Blog würde sowieso nur zu einer "Wutprobe" werden. Ausserdem sind etliche Seiten blockiert.

Ich habe mir vor der Reise nach Myanmar einige Gedanken darüber gemacht, ob ich dieses Land - das von einer Militärdiktatur geführt wird - überhaupt besuchen möchte. Ich bin sehr froh darüber, mich für die Reise nach Myanmar entschieden zu haben und ich würde jedem, der sich dieselben Gedanken macht raten, das Land auf jeden Fall zu besuchen. Jedoch sollte man seinen Reisestil anpassen, so dass das investierte Reisebudget möglichst der Lokalbevölkerung (und nicht dem Regime) zugute kommt. Pauschaltouren durch Myanmar (wie sie leider sehr häufig gemacht werden) sind somit nicht zu empfehlen, denn dadurch verliert man endgültig die Kontrolle über das investierte Geld. Zudem sollten staatliche Hotels sowie einige Transportmittel gemieden werden - der Zugverkehr wird beispielsweise zu 100% von staatlicher Hand geregelt. Will man sich die bekanntesten Sehenswürdigkeiten anschauen, so bezahlt man oft einen Eintrittspreis, welcher leider auch an den Staat geht. An einigen Orten kann man diese Eintritte "umgehen". Wenn jedoch etwa 80% des in Myanmar ausgegebenen Geldes der Lokalbevölkerung zugute kommt, ist dies immer noch eine gute Investition - somit landet nur etwa jeder fünfte Dollar in staatlicher Hand. Jedoch ist es kaum möglich, zu sagen, wie viel die Bevölkerung sonst noch von ihrem Hab und Gut dem korrupten Regime abgeben muss.

Myanmar ist ein sehr stark vom Buddhismus geprägtes Land und dementsprechend sind die Hauptattraktionen die etlichen Tempel, Stupas, Buddhas etc. Wer sich überhaupt nicht dafür interessiert, sollte nicht nach Myanmar fahren. Wer sich allerdings nur ein wenig für diese Bauwerke und die Kultur in diesem Land begeistern kann, wird nicht enttäuscht sein. Ein weiterer Grund, um nach Myanmar zu gehen sind die Menschen - ich habe noch nirgens in Asien so ursprünglich nette, freundliche und interessierte Menschen erlebt. Deshalb lohnt es sich immer wieder, mit der Lokalbevölkerung in Kontakt zu treten und evtl. in einem "Teahouse" ein paar Worte zu wechseln - die Einheimischen sind wirklich sehr froh, wenn sie mit Ausländern reden können, denn die allermeisten waren noch nie in einem anderen Land und aufgrund der fehlenden Meinungs- und Pressefreiheit kommen nur wenige ("gefilterte") Informationen aus Regionen jenseits der Grenzen Myanmars in das Land.


Yangon

Yangon, die ehemalige Hauptstadt Myanmars, ist zugleich der Start- und Endpunkt der Reise. Dies ist kaum zu vermeiden, da gemäss den momentanen Einreisebestimmungen die Einreise über den Landweg nicht möglich ist.
Ich verbrachte zuerst rund drei Tage in Yangon, um mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt etwas genauer anzusehen und die Weiterreise zu organisieren. Zudem musste ich Geld wechseln. Ausser den Hotels wird fast alles in "Kyats" - der offiziellen Währung Myanmars - bezahlt. Ich musste etwas viel Bargeld in das Land mitnehmen, da es in Myanmar keine Geldautomaten gibt. Nach dem Wechseln meiner US-Dollars hatte ich einen Sack voller Geld. Für 300 US-Dollars erhielt ich 255'000 Kayats, aufgeteilt in 1000-er Scheine - na toll!

100 US-Dollars gewechselt!

Die wunderschöne Shwedagon-Pagode ist die Hauptattraktion in Yangon und zugleich der Nationalstolz Myanmars. Die Pagode misst 98 Meter und ist mit purem Gold sowie Diamanten und Edelsteinen geschmückt. Rund um die Pagode befinden sich viele kleinere Pagoden, Tempel und Buddhas. Leider gelang es mir nicht, die fünf Dollar "government fee" zu umgehen - die vielen "Aufpasser" fangen jeden Touristen ab, der versucht, den regulären Eingang zu benutzen. Dennoch gehört diese religiöse Stätte zu den Orten, die man in Myanmar einfach gesehen haben muss.

Shwedagon Paya

Shwedagon-Putzmannschaft

Shwedagon Paya by Night

An einem anderen Tag habe ich mich über den "Yangon River" auf die andere Seite des Flusses gewagt. Kaum ist man über dem Fluss, so befindet man sich schon in einer anderen Welt. Die Lebensweise der Menschen auf der anderen Flussseite ist sehr unterschiedlich im Vergleich zur "Stadtseite". Mit einem "Trishaw" (Fahrrad mit Seitenwagen) hat mir ein "Local" die Gegend gezeigt. Er hat mich zu einem Kloster für Waisenkinder gebracht, wo mich ein Mönch zum Essen eingeladen hat - leider konnte dieser kein Wort Englisch, so dass wir nur mit Hilfe des bruchstückhaften Englisch des Trishaw-Fahrers ein paar wenige Worte austauschen konnten. Er hat mir dann noch die Schule gezeigt und ich durfte bei einer Mathematik-Lektion zuschauen.


Mandalay

Mit dem Nachtbus fuhr ich von Yangon nach Mandalay, wo ich weitere vier Tage verbrachte. Die Fahrt dauerte rund zehn Stunden und an Schlaf war leider nicht zu denken. Dennoch war ich überrascht über die sehr guten Strassenverhältnisse und die Raststätten unterwegs - da hat die Regierung kräftig finanziert.
In Mandalay galt es, das "Zehn-Dollar-Ticket" zu umgehen. Dieses muss für mehrere Sehenswürdigkeiten in Mandalay gekauft werden, unter anderem für den "Mandalay Palace". Jedoch würde ich niemandem empfehlen, dieses Ticket zu kaufen, da das Geld direkt in die Staatskasse fliesst und nicht zum Unterhalt der Sehenswürdigkeiten benutzt wird. Der "Mandalay Palace" wurde beispielsweise von Zwangsarbeitern restauriert bzw. nachgebaut. Von diesem Palast habe ich somit nur die Schutzmauern mit den Wachtürmen gesehen. Diese quadratisch angeordneten Schutzmauern messen pro Seite rund zwei Kilometer. Wenn man sich einen guten lokalen Führer schnappt und sich mit anderen Reisenden austauscht, so findet man ziemlich schnell Wege, um diese lästigen Gebühren für die anderen Sehenswürdigkeiten in und um Mandalay zu umgehen.

Mandalay Palace und Mandalay Hill

Teak-Brücke in Amarapura

Tempel in Mandalay

Zu entdecken gab es in Mandalay ausserdem noch die Weltgrösste Teak-Brücke ("was für ein Rekord"), die Tempel auf dem "Sagaing Hill" sowie den "Mandalay Hill", von wo man eine tolle Aussicht auf die Stadt und die gesamte Region hat. Ausserdem gibt es unzählige Tempel und Stupas zu sehen.
Von Mandalay machte ich an einem Tag mit dem Pick-Up einen Ausflug nach "Pyin Oo Lwin" - ein Bergdorf, das ehemals eine britische Kolonie war. In luftiger, kühler Höhe gibt es viele Kolonialgebäude, Gärten sowie ein paar bescheidene Wasserfälle zu sehen. Dieser Abstecher in die Berge bleibt bei mir jedoch in schlechter Erinnerung, da ich (das erste Mal auf meiner Reise) so richtig an Durchfall, Übelkeit sowie Fieber leidete. Die dreistündige Rückfahrt mit dem Pick-Up nach Mandalay (eigequetscht zwischen den vielen Burmesen) wurde somit zu einer Zerreissprobe. Als ich dann endlich in Mandalay war, ging ich rund 13 Stunden schlafen und am nächsten Tag war glücklicherweise wieder alles gut!

Prozession

Bagan

Ich entschloss mich, Bagan mit der Fähre auf dem Irrawaddy-Fluss anzusteuern. Die Fähre verliess um sechs Uhr morgens Mandalay. Der Sonnenaufgang auf dem Irrawaddy-Fluss war spektakulär, allerdings wurde es gegen Mittag ziemlich heiss auf dem Deck, so dass ich nach 10 Stunden Fahrt froh war, endlich in Bagan aussteigen zu können.

Sonnenaufgang am Irrawaddy-Fluss

Irrawaddy-Fluss

Bagan war für mich eindeutig der Höhepunkt meiner Myanmar-Reise. Bagan besteht aus rund 2000 Pagoden, welche grösstenteils zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erbaut wurden. Leider war es in Bagan nicht möglich, die Eintrittsgebühr zu umgehen - man konnte ohne den "Bagan-Pass" nicht in die Hotels von Bagan einchecken. Ausserdem wurden wir schon bei der Fähranlegestelle von den Ticketverkäufern belagert. Das mit Bagan ist eben auch eine etwas traurige Geschichte. Anscheinend wurde die Bevölkerung umgesiedelt, nur damit ein paar Luxusresorts mitten in den Tempelanlagen gebaut werden konnten - auch hier gilt es natürlich, nicht in diese Luxusresorts, welche grösstenteils der Regierung gehören, abzusteigen!
Am ersten Tag habe ich mir mit einem Pferdekarren die "besten" Tempel von Bagan angesehen. An den zwei nachfolgenden Tagen habe ich mir ein Fahrrad gemietet und die etwas abgelegeneren Tempel angesteuert. Dies hat sich definitiv gelohnt, denn so konnte ich auf dem "Sonnendeck" der abgelegenen Tempel - jenseits des Touristenstroms - die magischen Sonnenuntergänge über Bagan geniessen. Generell hatte ich den Eindruck, dass Bagan (wie auch andere Orte Myanmars) nicht allzu stark von Touristen frequentiert wird. Je nach politischer Situation kann sich das aber bald ändern, denn das Land hat ein riesengrosses Potential, was den Tourismus angeht.

Bagan Overview

Buddha mit neuem Kopf

Bagan-Tempel

Sunset over Bagan

2002 Wollte die UNESCO Bagan als Weltkulturerbe auf die Liste nehmen, allerdings erfüllt das Regime die Richtlinien für die Restaurierung der Tempel nicht. Ist bei einem Buddha beispielsweise der Kopf abgebrochen, so wird einfach ein neuer Kopf draufgesetzt oder gar ein neuer Buddha in den Tempel hineingepflanzt. Ausserdem werden viele alte Wandmalereien nicht richtig erhalten bzw. restauriert.
In der Nähe von Bagan befindet sich ein weiterer Tempel auf einem herausragenden Felsen - dem sogenannten Mount Popa. Die Aussicht auf diesem Berg ist zwar sehr schön, allerdings war ich schon etwas "ausgetempelt", denn ich hatte so viele Pagoden, Stupas und Buddhas gesehen, dass ich nicht mehr allzu stark beeindruckt war. Dafür haben die unzähligen Affen auf dem Mount Popa für Unterhaltung gesorgt...

Mount Popa

Affen

Radwechsel


Ngwe Saung Beach

Weil ich, wie bereits erwähnt, schon sehr viele Tempel gesehen hatte, ging ich die letzten vier Tage an den Strand, um die Eindrücke zu verarbeiten und etwas auszuruhen. Die Fahrt nach Ngwe Saung dauerte rund 18 Stunden. Dazwischen musste ich, zusammen mit einer Mitreisenden, den Busbahnhof wechseln. Es folgte (morgens um fünf Uhr) eine einstündige höllische Taxifahrt durch Yangon, die ich nie vergessen werde. Da können die Taxifahrer in Indien und Kairo sogleich die Koffer packen. Der Taxifahrer wippte die ganze Zeit auf dem Gas herum und war extrem nervös. Als ihm dann der erste Velofahrer in die Quere kam, hat er ihn sehr agressiv angeschrien. Dann wussten wir bereits, dass etwas nicht stimmte. Wir haben ihm somit gesagt, er solle etwas langsamer fahren. Leider konnte er kein Englisch, so dass er wahrscheinlich dachte, wir müssten so schnell wie möglich zum Busbahnhof. Er streckte danach seinen Kopf und einen Arm aus dem Fenster (immer noch wippend auf dem Gaspedal), um so eventuelle Velofahrer von der Strasse zu schreien und dies mit etwa "100 Sachen". Zudem war das Auto nicht mehr allzu neu (der Boden war teilweise durchgerostet). Unsere Mägen drehten sich gegen den Uhrzeigersinn, so dass wir bis zur Ankunft in Ngwe Saung keine Mahlzeit mehr brauchten.
In Ngwe Saung war dann vier Tage Erholung und "Nichtstun" angesagt. Dies war auch der ideale Strand dafür. Der kilometerlange, feinsandige Strand war grösstenteils menschenleer und es gab keine Wassersportaktivitäten - ausser schwimmen natürlich! Tja, dies ist halt immer noch Myanmar...

Ngwe Saung Beach

Zusammenfassend war Myanmar ein wirklich schönes Erlebnis und mit den Sehenswürdigkeiten kann das Land definitiv mit den anderen Südostasiatischen Ländern mithalten. Die Leute sind (wie mehrmals erwähnt) herzensgut. Ein derart ursprüngliches Land findet man im südostasiatischen Raum kaum mehr - einige ältere Reisende erzählten, dass Myanmar sei wie Thailand vor 30 - 40 Jahren. Ich hoffe, dass (bei einer eventuellen politischen Öffnung) Myanmar nicht derart von (Pauschal-)Touristen überlaufen wird wie Thailand, da dies auch auf die Menschen in diesem Land einen Einfluss haben wird. Das Land verliert dadurch immer etwas von der Ursprünglichkeit, die man als Reisender erfahren darf.


Freitag, 11. Februar 2011

"Ärger" in Kuala Lumpur

Seit ein paar Tagen bin ich nun in Kuala Lumpur, um mein Visum für Myanmar zu organisieren - eine etwas komplizierte Geschichte. Jedenfalls habe ich jetzt endlich das Visum und fliege bereits morgen nach Yangon. Ich habe erst vor einigen Tagen entschieden, nun doch nach Myanmar zu gehen. Es ist nämlich umstritten ob man dieses Land besuchen sollte oder nicht. Es wird seit einigen Jahren zu einem Tourismus-Boykott aufgerufen, da mit den Tourismusgelder angeblich das unerbittliche Militärregime in Myanmar unterstützt wird. Auf der anderen Seite jedoch kommen mit den Touristen auch Informationen von der "anderen Welt jenseits von Myanmar" in das Land, was der Abschottung des Landes etwas entgegenwirken könnte. Wem man nun wirklich seinen Glauben schenken soll und was nun richtig ist, ist schwierig zu sagen und muss jede(r)(potentielle(r)) Myanmar-Reisende(r) für sich selber entscheiden. Das Geld, das man als Tourist in Myanmar ausgibt wird sicher nicht zu 100% der Lokalbevölkerung zugute kommen, da oft sogenannte "Touristensteuern" erhoben werden oder Hotels, Sehenswürdigkeiten, Transport etc. von der Regierung "betrieben" werden. Mein Reiseführer (Lonely Planet - ein bisschen Werbung muss sein...) ist darauf ausgerichtet, die Reise so zu gestalten, dass derjenige Teil des Geldes, welches der Regierung zugute kommt, minimiert wird. Ausserdem denke ich, dass ein Travel-Boykott nur dazu führt, dass die Bevölkerung, welche vom Individualtourismus abhängig ist, noch mehr ausgehungert wird. Ich denke, es ist möglich, Myanmar zu besuchen, ohne die Regierung allzu stark finanziell unterstützen zu müssen.

Leider ist mir im Metro in Kuala Lumpur das Portemonnaie mit Karten etc. geklaut worden. Sogennante "Trickdiebe" haben das Gedränge der Stosszeit ausgenutzt, um unbemerkt an meine Hosentasche zu kommen. Ziemlich ärgerlich das Ganze. So konnte ich Kuala Lumpur leider nicht wirklich geniessen, aber trotzdem habe ich noch ein Foto von den eindrücklichen Petronas-Towers geschossen:

Petronas-Towers

Wegen der Internetzensur in Myanmar wird es vielleicht nicht möglich sein, in den Blog zu schreiben oder zumindest wahrheitsgetreu von Myanmar berichten zu können. Ich werde aber spätestens in Thailand (in ca. drei Wochen) meine Erfahrungen in diesem Blog posten. Bis dann also...!






Montag, 7. Februar 2011

”Tempelwoche”

Nachdem ich mich in Kovalam etwas ausgeruht habe, begab ich mich wiederum auf die (Weiter-)Reise durch Südindien. Mit dem Zug fuhr ich bis nach Kanyakumari – der Südspitze Indiens. Dort gibt es am (sowie im) Meer etliche Monumente und Tempel zu bewundern. Die Stadt ist jedoch ziemlich trostlos. Sie besteht vor allem aus Hotels sowie einem grossen Basar, wo lauter “Ramsch” verkauft wird. Dies war auch der Grund, weshalb ich nach einem Tag bereits wieder abgereist bin.

Kanyakumari
Ich schnappte mir gleich den ersten Zug am nächsten Morgen, um nach Tiruchirappalli (auch: “Trichy”) zu gelangen. Leider gab es in Madurai keinen Anschlusszug und auf eine lange Fahrt im Bus hatte ich keine Lust, so dass ich einen Tag in Madurai verbrachte. Dies war eine sehr gute Entscheidung, denn in Madurai befindet sich eine bekannte, sehr sehenswerte Tempelanlage. Ich wusste natürlich, dass es diese Tempelanlage gibt, aber es haben mir zwei deutsche Touristen davon abgeraten, nach Madurai zu gehen und stattdessen Trichy zu besuchen, da dort der grösste Tempel Südinsiens sei. Ich musste aber feststellen, dass der grössere Tempel nicht der bessere Tempel ist. Ich fand den Tempel in Madurai viel farbenprächtiger und interessanter als der Tempel in Trichy (obwohl dieser natürlich auch beeindruckend ist), so dass ich froh war, dort unfreiwillig gestrandet zu sein. Tja, offenbar sind die Geschmäcker verschieden. Zudem spielen hier auch die Erwartungen eine Rolle: Meine Erwartungen von Madurai waren - aufgrund der Berichte anderer Leute - tief, ich wurde jedoch positiv überrascht. Zudem stellte ich nach Madurai hohe Erwartungen an den Tempel von Trichy. Somit hatte es der Tempel von Trichy nicht leicht, mich zu beeindrucken. Am besten ist es, einfach auf sich selbst zu hören und eventuell noch auf einen guten Reiseführer (Lonely Planet etc.). Und manchmal stosst man auf Überraschungen, wenn man das Reisen einfach dem Zufall überlässt.

Madurai
Trichy
Ich nutzte Trichy als Basis, um Thanjavur zu erkunden. Tanjavur ist ein kleinerer Ort als Trichy (“nur” etwa so gross wie Zürich!!). In diesem Ort befindet sich der Brihadeeswarar Tempel. Dieser wurde vor rund 1000 Jahren erbaut und ist (wie viele Sehenswürdigkeiten in Indien) UNESCO-Welterbe. Der Tempel ist (für sein Alter) sehr gut erhalten und auf jeden Fall sehenswert. In der Nähe des Tempels kann man auch den “Maratha-Palace“ besichtigen. Dieser wurde irgendwann im 16. Jahrhundert erbaut und immer wieder erweitert. Die architektonischen Stile sind (soweit ich das beurteilen kann) sehr speziell, was die Besichtigung der Anlage sehr spannend macht. In jeder Ecke, auf jeder Etage und in jedem Raum gibt es etwas Interessantes zu entdecken.

Brihadeeswarar Tempel
Maratha-Palace 1
Maratha-Palace 2
Die letzten Tage in Indien geniesse ich nun in Mamallapuram, etwa 50 km südlich von Chennai. Auch hier gibt es Tempel und Felsschnitzereien zu sehen, welche zum Teil bis ins 7. Jahrhundert zurückdatieren. Der Hauptberuf der Männer in diesem Ort scheint Steinmetz zu sein. Ein Einheimischer, selber Steinmetz von Beruf (was denn sonst!), hat mir erklärt, dass dies historisch so “gewachsen” sei und somit beinahe jeder Sohn in einer “Mamallapuram-Familie“ diesen Beruf erlerne. Ausserdem befindet sich hier eine Schule, in der man angeblich Steinmetz “studieren” könne. Die Steine kommen allerdings nicht aus der Gegend, sondern werden von ganz Indien nach Mamallapuram transportiert. Die Landschaft rund um Mamallapuram ist ebenfalls sehenswert, mit den Granitfelsen, Reisfeldern, Backwaters und Stränden.

Mamallapuram 1
Mamallapuram 2

Morgen werde ich schon wieder in ein Flugzeug steigen und nach Kuala Lumpur fliegen. Südindien hat mir zu einem grossen Teil sehr gut gefallen. Die kulturellen Schätze In diesem Land sind absolut sehenswert. Aber auch die Natur hat hier einiges zu bieten, wenn ich beispielsweise an die Backwaters von Kerala oder die vielen Wildlife-Parks denke. Ein weiteres Highlight ist das Essen – nur deswegen lohnt sich schon ein Trip nach Indien. In allen Restaurants, Strassenständen, Homestays und Hotels in denen Ich gegessen habe, gab es ausnahmslos delikate (und zudem noch günstige) Mahlzeiten. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist absolut unschlagbar – es ist einfach alles günstig und teilweise lohnt es sich fast nicht, mit den Indern um die Preise zu feilschen bzw. lange zu verhandeln.

Trotz all den positiven Eindrücken, gab es einiges, das ich nicht so toll fand: Man merkt hier in Indien eindeutig, dass die Bevölkerungsdichte an gewissen Orten ziemlich hoch ist. Die Städte sind sehr hektisch, die Busse meistens rappelvoll und bei den Sehenswürdigkeiten ist man gewiss nicht alleine. In diesem Zusammenhang muss man sich auch an das indische “Schlangestehen” (z.B. am Bahnschalter) gewöhnen. Es wird gedrängelt und gestossen, wie es nur geht. Da bleibt einem fast keine andere Wahl, als ebenfalls mitzumachen. Das Schöne ist, dass die meisten Inder, welche mit Touristen Kontakt haben, sich dieser “Problematik” bewusst sind. So wird man als Ausländer hier oft sehr respektvoll behandelt und teilweise sogar bevorzugt. Als ich vor ein paar Tagen mit etwa acht anderen Touristen in die “General Class” eines Zuges einstieg, hat der Schaffner alle Inder vom Eisteigen ferngehalten, so dass wir uns zuerst einen Platz schnappen konnten. Etwa eine Minute später hat der Schaffner den Zugwaggon für die restlichen Passagiere freigegeben, welche den Zug sogleich stürmten, als ob es um ihr Leben ging. Uns bot sich ein herrliches Schauspiel, das wir uns bequem vom Zugsitz anschauen konnten.

Ebenfalls störend fand ich, dass es beim Kontakt mit Einheimischen zu etwa 80% ums Geld geht. Die Gespräche fangen immer mit den gleichen Sätzen an, wie “Woher kommst du?”, “Wie lange bist du in Indien?” oder “Wie heisst du?”. Irgendwann wird man dann gefragt, ob man was kaufen möchte… Ja, hier dreht sich sehr vieles ums “Geschäft”. Ich konnte nur mit wenigen Indern ein Gespräch führen, wo es nicht darum ging, etwas zu (ver)kaufen oder irgendwelche “Tourist-Guide-Services” in Anspruch zu nehmen. Trotzdem würde ich wieder nach Indien zurückkommen, denn die positiven Eindrücke überwiegen eindeutig - allerdings genügt mir jeweils einen Monat! Und wenn ich mir die Landkarte von Indien anschaue, wird es mir erst jetzt bewusst, wie gross das Land ist. Von diesem riesengrossen Subkontinent habe ich nur einen kleinen Teil bereist und es gäbe noch viel, viel mehr zu sehen.

Immer wieder schön: Kuh auf Strasse
Wo es demnächst genau hingehen soll, werde ich in Kuala Lumpur “herausfinden”, da ich dort noch einige Visa-Formalitäten erledigen bzw. klären muss. Die nächste Reisedestination in Südostasien steht also noch nicht endgültig fest!